Fischsterben in Röthlein

Hervorgehoben

Königsmarksee ist „umgekippt“

Bei dem See handelt sich es um eine gemeindliche Fläche die an den Anglerverein in Röthlein verpachtet ist. Der See mit ca. 40 tsd m² ist teilewiese von Biotopen umgeben. Bewirtschaftet wird nur der große Teil des Gewässers.

Das Gewässer hatte bis dato einen großen Nutzen für das Gebiet und es sind viele Tierarten zu sehen – auch Biber usw, sind zu finden. Es gibt gute Uferbereiche und Brut und Nahrungsquelle für Vögel.

Foto: Detlev Reusch

Auf Grund der Hitzewelle und Trockenheit hat sich der Zustand zunehmend verschlechtert und in den Tagen vor dem 16.08.2022 waren schon sehr viele kritische Anzeichen am See fest zu stellen. Es kündigte sich ein großes Problem an. Der Wasserpegel, Sauerstoff und die Temperaturwerte passten nicht mehr. In den letzten Tagen kam auch noch ein übler Geruch dazu was eindeutig auf ein Fischsterben hingewiesen hat. Prinzipiell gilt – je höher die Wassertemperatur, desto weniger Sauerstoff

Am 16.08.2022 in den frühen Morgenstunden wurde von Passanten dann entdeckt das viele tote Fische im Teich waren und umgehend (um ca. 09:00 Uhr) wurden Veterinäramt und Abteilung Fischschutz vom LRA (durch Mitglieder BUND) informiert. Mittlerweile waren die katastrophalen Auswirkungen sichtbar und es dauerte einige Zeit bis sich Hilfe formierte. Der örtliche Anglerverein wäre alleine überfordert und hatte dringend Hilfe nötig. Die Feuerwehr fand sich am späten Nachmittag ein und es wurde versucht Sauerstoff mittels Umpumpen in den See zu bekommen. Das Problem war das die verendeten Tiere möglichst schnell aus dem See mussten – die Kadaver der teilweise bis zu 40kg großen Fische würden das Gewässer weiter vergiften und sind auch eine große Gefahr für die Tiere die evtl. davon fressen.

Es fanden sich dann einige Helfer ein die bis spät in die Nacht mehrere Tonnen toten Fisch aufgesammelt haben.   

Das Problem: Je höher die Wassertemperatur, desto weniger Sauerstoff kann im Wasser gelöst werden und steht somit den Fischen bei der Atmung nicht zur Verfügung. Fische nehmen in der Regel den Sauerstoff über ihre Kiemen auf. Je höher also die Temperaturen steigen, desto problematischer wird Sauerstoffversorgung für die Fische. Die Fische drohen zu ersticken.

Dieses Phänomen passiert im Sommer häufiger als bei kühleren Temperaturen, da ohnehin schon weniger Sauerstoff im Wasser gelöst ist. Aber: Hinter dem sogenannten „Umkippen” eines Gewässers steckt evtl gravierendes ökologisches Problem, dass nicht durch den überhöhten Temperaturanstieg allein ausgelöst wird, sondern Auswirkung einer übermäßigen Eutrophierung ist. Die genauen Ursachen müssen durch geeignete Messungen klargestellt werden. Die zuständigen Ämter müssen handeln!

Der Vorfall sollte allen Anglervereinen als Warnung dienen ihre eigenen Seen jetzt zu beobachten und Vorsorgemaßnahmen ein zu leiten.

In wie weit das Ganze vermeidbar gewesen wäre ist schwer zu sagen – aber eine bessere Überwachung und auch Einleitung von Sauerstoff bei diesen Bedingungen hätte evtl. geholfen. Trotz der Tragödie war es gut sehen das die Dorfgemeinschaft funktioniert hat – es wurden Maschinen, Container usw. bereitgestellt. Es wurde mit Luftdruck für Sauerstoffeintrag gesorgt und die Feuerwehr war auch vor Ort. Es haben viele Nichtmitglieder mit angepackt und so konnte noch schlimmeres verhindert werden. Die benachbarten Biotope geschützt werden

Darüber berichteten unter Anderem die Mainpost und der Bayrische Rundfunk:

https://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/grosses-fischsterben-im-roethleiner-koenigmarksee-viele-helfer-und-die-feuerwehr-im-einsatz-art-10886086

https://www.br.de/nachrichten/bayern/fischsterben-in-unterfranken-experte-befuerchtet-weitere-faelle,TEx9rh4?UTM_Name=Web-Share&UTM_Source=Link&UTM_Medium=Link

Projekt Flow: Wasseranalyse im Unkenbach

Projekt Flow – Fließgewässer erforschen, gemeinsam Wissen schaffen und Gewässer schützen. so lautet der Name das Projekts, zu dem wir uns am Samstag um Unkenbach trafen.

Details zum Projekt gibt es hier.

Die Ortsgruppe Röthlein-Heidenfeld-Hirschfeld des BUND Naturschutz untersucht den Unkenbach